Misshandlung, Bruch mit der Familie, Tod des Ehepartners – schwere Schicksalsschläge überwinden

„Meine Freunde fragten oft: Wie nur schaffst du das, damit so umzugehen? Ich wusste immer nur, ich habe mich nicht von der Liebe abbringen lassen.“

Es fällt mir schwer, allein schon einen Anfang für diesen Bericht zu finden, denn ich weiß schon jetzt nicht, woher ich die Worte für das, was seit Beginn meines Weges mit SAM geschehen ist, nehmen soll. Das was eigentlich nur zu fühlen war und ist, schriftlich zu formulieren – ich versuche es, doch es wird ganz sicher nicht das beschreiben können, was war und ist.

Vorab möchte ich mich von Herzen bei dir lieber Viktor und euch liebe Anke, Ariane und Martina bedanken. Nicht nur was ihr uns vermittelt habt, wie ihr es gemacht habt, nein das ganze Paket war einfach Verständnis, gelebte Liebe, Annahme, Herzlichkeit, immer ein offenes Ohr und ein Wahrgenommen werden.
Immer motivierend, verstehend und verständnisvoll, nie wertend und fordernd, eine neue Art erfahren zu dürfen, wie Pädagogik gelebt werden kann.
Ich habe nie in meinem Leben auch nur annähernd die Erfahrung machen dürfen, in so einer liebevollen und wertschätzenden Art, lernen zu dürfen. Danke euch allen.

Zu Beginn war es für mich sehr schwer, mir vorzustellen, dass ich mit den bisherigen CD´s, auch auf der Liege, den bekannten Kristallen und doch einigen Jahren intensiver Biomeditation, zu einem anderen Bereich in mir Zugang bekommen sollte – dies überstieg mein Vorstellungsvermögen komplett. Dementsprechend vorsichtig habe ich damit begonnen, jedoch im großen Vertrauen darauf, dass Viktor niemals etwas entwickeln würde, was nicht große Heilungs- und Erkenntnismöglichkeiten für uns birgt.

Die Themen meinen Geist zufrieden zu stellen und in die Freude und vor allem die Leichtigkeit zu kommen, erweckten große Hoffnung in mir. Den Geist tanzen lassen – das war für mich sicher einer der Schlüsselsätze. Ich habe nie in meinem Leben gesungen, musiziert, frei getanzt, als Kind so gut wie nie gespielt, ich kenne keine Gesellschaftsspiele, Kinderfilme etc….. Eigentlich bin ich durch und durch „verklemmt“, da Leichtigkeit und sich fühlen wie ein Kind – wie ist das, wie geht das? – mir sehr fremd sind. Und nun sollte das möglich sein?

Auch wenn ich in den Meditationen als Teilnehmerin nie in diese Leichtigkeit oder den Tanz kam und auch nicht die Theorie dahinter bei den Treffen erkennen konnte, so merkte ich schnell, dass mir Bilder und Erinnerungen aus meinen Kindheitstagen und der Jugend kamen, die wohl ganz tief in mir verborgen waren.

Es ging mir überhaupt nicht gut damit, denn ich erschrak vor dieser tiefen Trauer und dem Allein gewesen sein – es zeigte sich in einem Ausmaß, das alles was mir bisher bewusst war, deutlich übertraf. Und ich konnte mir nicht vorstellen, dass dies dazu beitragen sollte, langfristig etwas zu ändern. Doch zum einen mein Vertrauen in dich, Viktor, und dass ich durch die Biomeditation mein Leben – und noch dazu mit Lebensqualität – zurück bekommen habe, zum anderen, das was die anderen Teilnehmer erlebten, machten mir Mut, dran zu bleiben.

Ich erinnerte mich an den Tag, als ich mit Viktor zum ersten Mal gesprochen habe. Er sagte: wenn du Geduld hast und diszipliniert arbeitest, wirst du es schaffen können.

Ich hatte damals nichts, keine wirkliche Gesundheit, niemanden an meiner Seite, kein Geld, konnte das Haus nicht allein verlassen. Aber da ich nichts mehr zu verlieren hatte, war mir die Bedeutung von Geduld nicht klar und nicht wichtig. Disziplin, das konnte ich. Darauf bin ich mein ganzes Leben hart trainiert worden.
Und durch die Veränderungen und Erfolge, die dann in den kommenden Jahren geschahen, habe ich mir die Kraft geholt, mit SAM weiter zu machen.

Mit Beginn der Ausbildung dann kamen die theoretischen Infos und die Erfahrungen bei den Gruppenmeditationen und Gesprächen. So wuchs die Hoffnung.

Je mehr Situationen aus meinem Leben sich mir zeigten, umso mehr fing ich an, meine Ängste, Denk- und Verhaltensmuster zu verstehen. Zu verstehen, warum ich sie hatte. Auch wenn ich unsicher war, dies wirklich verändern zu können und dürfen. Allein mich, ganz allein mich, verstehen zu können, brachte mich weg von dem wie ich erzogen wurde: Du bist nichts, du taugst nichts, aus dir wir nie etwas werden.

Es brachte mich in ein anderes, zuversichtliches Denken und so nach und nach spürte ich Hoffnung – Hoffnung, auch mal ein bisschen Leben mit Leichtigkeit zu bekommen. Das war mein persönlicher Motivator. Und allein dafür kann ich nie genug danken, denn das hätte ich nie für möglich gehalten.

Ich bin immer ein Mensch gewesen, der mit wenig zufrieden war, denn alles was es an noch so kleinem Schönen und Lieben gab, war ja 100 % mehr, als ich es kannte. Doch nun mit SAM, mit jedem Fünkchen, das ich annähernd verstand und mit jeder Sitzung, wurde ich nicht nur zufriedener, ich begann eine gewisse vorsichtige Freude in mir, in kleinen Momenten, zu spüren. Und dazu Momente der Leichtigkeit.
Anfangs hatte ich Angst vor diesen Momenten.

Sie nicht gekannt zu haben und nur davon gehört zu haben, das tut schon weh, doch sie nun mal kurz zu spüren, löste auch die Angst nach dem aus, was kommen könnte, wenn vielleicht das alles irgendwann wieder weg ist? Dann würde ich sie ja ganz anders vermissen als je zuvor und ist dann das Leben nicht noch schwerer?

Doch alle meine Erfahrungen mit der Biomeditation, gaben mir den Mut und somit auch die Kraft, dran zu bleiben.

Je mehr wir in den Einheiten lernen durften, je mehr es kleine Erkenntnisse gab, umso größer wurde der Drang in mir, mehr verstehen zu wollen und damit vielleicht auch anderen Menschen, die in einer ähnlichen Lage ihr Leben lang waren, eine Stütze sein zu können.

Dann aber kam relativ schnell eine Veränderung, die ich eigentlich erst jetzt anfange zu verstehen, so sehr hat sie mich überrollt.

Es ging mir plötzlich mehr und mehr schlecht. Ich war von einer tiefen Traurigkeit erfüllt, so viel alter Schmerz zeigte sich und die Ängste nicht gut genug zu sein und die Verlustangst brachten mich an alle, mir bis dahin bekannten Grenzen.

Mein Vater erkrankte Anfang des Jahres am Herzen und es gab viele Monate, in denen nicht klar war, ob er das überlebt. Ich habe keine Geschwister und auch sonst gibt es nur eine Mini-Familie, zu denen aber nur ganz selten Kontakt besteht. Meine Eltern haben den Kontakt zu mir abgebrochen, nachdem ich mit 16 Jahren von daheim weggegangen war, zu einem alkoholkranken Menschen, der mich später auch misshandelt hat. Doch meinen Eltern war immer das Bild nach außen wichtig und diese Schande wollten sie nicht haben. Also distanzierten sie sich von mir.

Später nach vielen Klinikaufenthalten habe ich noch einmal geheiratet, den liebsten Ehemann, den man sich wünschen kann. Und 2 ½ Jahre durfte ich lernen, was es heißt, bedingungslos geliebt zu werden. Dann jedoch hatte er in meinen Armen einen Herzinfarkt und lag viele Jahre im Wachkoma, bevor er starb. Um ihn kümmerten sich meine Eltern liebevoll in all den Jahren. Ich kannte sie so nicht.

Durch die Biomeditation (BM) habe ich es geschafft, wieder Zugang zu meinen Eltern zu finden und nach einigen Jahren durfte ich ihnen sogar Sitzungen geben. Wir hatten einen höflichen aber regelmäßigen Kontakt.

Meine Mutter hatte einen Unfall und ich war 8 Monate täglich dort, um ihr BMs zu geben. Zwar nie mit Anerkennung, doch ich konnte ohne Groll einfach dort sein – auch wenn es nicht wie bei anderen „mein“ Elternhaus war – als Person war ich dort fremd, doch ich war dankbar, was durch die BM aus uns geworden war. Besonders mit meinem Vater, da wir uns sehr lieben. Doch dies war für meine Mutter schon immer schlimm, sie hat mich schon immer verachtet und war neidisch auf diese Liebe zwischen uns.

Immer hat sie alles versucht, um Kontakt und Bindung zwischen uns zu unterbinden und zu zerstören. Mein Vater wiederum hat „im Ernstfall“ immer mich fallen lassen, wenn sie das so wollte. Doch durch die BM haben wir einen neutralen Kontakt miteinander pflegen können und allein dafür war ich sehr dankbar und glücklich.

Als er nun in diesem Jahr schwer erkrankte, war ich täglich in der Klinik, habe ihm Sitzungen gegeben und mich auch sonst gekümmert. Meiner Mutter gefiel das nicht und irgendwann, als er daheim war, ging all das Alte wieder los – und da mein Vater vollkommen auf sie angewiesen war, gab es immer mehr Schwierigkeiten. Die führten leider dazu, dass ich wieder nur Vorwürfe bekam. Ich hätte mich entscheiden müssen, mein eigenes Leben aufzugeben um nur noch !!!! für meine Eltern da zu sein. Meine Mutter sah und sieht nur, dass mein Vater erkrankt ist, sie dadurch eingeschränkt und belastet ist und so ein schweres Leben hat.

Ich jedoch habe mich entschieden, nach 59 Jahren, nicht mehr in das alte Muster zurück zu fallen, und meine Bedürfnisse und mein Leben (welches ich ja auch erst seit wenigen Jahren überhaupt habe) auf Eis zu legen, um den Anforderungen meiner Mutter nachzukommen.

Ist das durch SAM geschehen – gibt es nun Eigenliebe und Wertschätzung für mich selbst in mir? Ich wusste nur, ich zerbreche, wenn ich den Forderungen und Anschuldigungen meiner Eltern nachkomme.

Was sollte ich tun? Ich habe mich gegen meine Eltern entschieden. Aus meiner Sicht habe ich mich zum ersten Mal für mich entschieden. Und nicht, wie in meinem ganzen Leben, wenn es eng wurde, mich und meine Gefühle verraten, um wieder das zu tun, was meine Eltern von mir erwarteten.

Ich kann auch heute nicht sagen, dass ich mich immer gut damit fühle, ich hätte gern Kontakt mit meinem Vater. Und doch kann ich sagen, ich fühle mich trotzdem irgendwie frei. Zumindest zur Zeit ist das die einzige Art von Frieden, die ich mit ihnen finden konnte. Ich bin nicht glücklich, aber nicht so verzweifelt wie ich das 59 Jahre lang war. Ich hoffe einfach weiter.

In der SAM kommen mir immer wieder viele Bilder aus meiner Kindheit, die einfach nur weh tun, doch ich sehe immer die Chance darin, weiter zu lösen, zu heilen, umzuwandeln und vielleicht dann doch noch eine andere Lösung mit meinen Eltern finden und leben zu können.

Mein Freund ist depressiv – und es gab in diesem Jahr Phasen, in denen ich nicht wusste, ob er freiwillig aus dem Leben geht. Wir leben nicht zusammen und so war ich oft in Not, Sorge und unwissend, was wird mit ihm, gibt es ein „uns“ für uns ?
Und auch da sind mir in der SAM so viele Erkenntnisse gekommen.

Es waren Monate, die einfach schrecklich waren, aber ich habe trotz allem immer wieder die Chance gespürt und in so vielem seines Verhaltens mich gespiegelt bekommen. Die vielen Jahre, in denen ich mehr mit dem Gedanken beschäftigt war, wie ich mein Leben beende und keinerlei Hoffnung mehr wirklich gespürt habe.
All das, was ich theoretisch in SAM lernen durfte, hat mir geholfen ein ganz anderes Verständnis für mich und ihn aufzubringen.

Meine Freunde fragten oft: Wie nur schaffst du das, damit so umzugehen? Ich wusste immer nur, ich habe mich nicht von der Liebe abbringen lassen und da ich das alles selbst gefühlt habe, was er fühlt – dazu das Wissen aus SAM – konnte ich den schweren Weg trotzdem an seiner Seite gehen.

Seit vier Wochen geht es ihm besser – wir wissen, das bedeutet noch nicht, er ist geheilt und nichts kommt mehr. Doch dass wir so weit gekommen sind – Biomeditation und SAM haben mir und somit auch ihm geholfen.

Es gibt inzwischen sogar kurze Momente, in denen wir einfach Freude haben – er lacht manches Mal „einfach so“. Es gibt Momente, in denen er glücklich ist. Er fängt sogar an, sich kleine Aktivitäten zu gönnen und findet dann auch die Kraft dazu. Ihm erzähle ich viel von SAM und merke – auch wenn er es nicht anwendet – es arbeitet, dieses neue Denken, diese Möglichkeit, diese Chance. Ich bleibe dran.

Durch die Vorbereitung zur Prüfung kam dann ein Berg an Themen in mir hoch, von dem ich auch nicht annähernd ahnte, dass er in mir schlummert. Dass ich Prüfungsangst habe, war mir bewusst. Doch welche Lawine hier losgetreten wurde, hätte ich nicht annähernd geahnt.

Ich kam mit 6 Jahren zu meinen Eltern – vorher hatten sie mich zu meinen Großeltern gegeben. Ich konnte kein Hochdeutsch – nur Baden Württemberger Dialekt.
Ich kam in ein Dorf, in dem alle sich von Geburt an praktisch kannten. Ich war fremd und musste schnell lernen, wie grausam Kinder sein können. Aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse, dass ich das einzige Einzelkind war und noch nie einen Bauernhof gesehen hatte, war ich der absolute Außenseiter. Meine Mutter hatte nie Kontakt mit den Dorfbewohnern, meinem Vater hatte sie es weitestgehend verwehrt, sodass er eigentlich immer nur arbeitete. Also auch so bekam ich keine Kontakte.

Die Grundschuljahre waren ein Albtraum für mich. Der Rektor der Schule hat mir dann irgendwann Hochdeutsch beigebracht. Heimlich, damit nicht die anderen Kinder auf die Idee kamen, ich werde bevorzugt.

Ich habe jetzt durch SAM erst erkannt, warum ich mich nicht traue, vor anderen zu sprechen. Nun ist mir das alles klar geworden und ich konnte das Gefühl, nichts zu können und nicht gut genug zu sein, von einer anderen Seite angehen.
Wie lange es dauern wird und ob ich es schaffe, dies ganz abzubauen, das weiß ich nicht, doch ich glaube, das ist mir im Moment auch gar nicht mehr so wichtig, wie in all den Jahren. Jetzt verstehe ich mich, habe praktisch für mich Verständnis gewonnen und komme weiter von dem Denken weg, einfach unfähig zu sein. Das ist eine unbeschreibliche Erleichterung und Befreiung für mich.

In der Realschule hatten wir einen Geschichtslehrer, der zu Beginn der Stunde immer drei Schüler zum Prüfen rausholte. Er stellte Fragen, die keiner beantworten konnte und zur Strafe mussten wir dann eine Stunde an der Wand hinten im Klassenzimmer stehen.

Mit kamen Nachts nun Bilder und Erinnerungen an so verzweifelte Situationen hoch, dass ich oft schreiend und nass geschwitzt aufgewacht bin. Das Gefühl, wie es damals war, war alles wieder da. Ich musste immer gute Noten heim bringen, sonst gab es Druck, Ärger und Strafe. Für „meine Geschichten“ der Not hat meine Mutter sich nicht interessiert und mein Vater hatte keine Zeit. Die vielen Klinikaufenthalte hatten schließlich auch nichts bewirkt.

Es ist für mich eigentlich gar nicht nachvollziehbar, dass ich all dies vergessen habe, so tief habe ich es wohl vergraben. Und nun kommt alles hoch. Ich habe Kontakt mit zwei ehemaligen Mitschülerinnen aufgenommen, um mich zu vergewissern, ob das wirklich so schlimm war und musste feststellen, auch sie tragen diese Not noch heute in sich.

Nun lerne ich seit Wochen ganz intensiv für die Prüfung, denn ich sehe ja nicht nur, was es mit mir macht. Ich sehe auch die Möglichkeit, andere dabei unterstützen zu dürfen, die – ähnlich wie ich – diesen Müll loswerden wollen.