Stressabbau-Pädagogik

„Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin,
dass du dein Leben ändern kannst,
indem du deine Geisteshaltung änderst.“

(Albert Schweitzer)

Wie bin ich dazu gekommen?

Mit 22 Jahren habe ich verstanden, dass ich nicht gegen die Krankheiten kämpfen soll, sondern dass ich andere Wege gehen muss, um meine Gesundheit zu stärken. Damit hat alles begonnen. Wie diese anderen Wege aussehen könnten, war mir damals noch unklar. Aber ich habe darüber auch nicht weiter nachgedacht, sondern einfach intuitiv gehandelt. Ich war von Kind an daran gewöhnt, in mich hineinzuhorchen und habe gelernt, das für mich umzusetzen, was mir gutgetan hat. Das hat mir sehr geholfen und auch meine Schmerzen gelindert. Im Laufe der Zeit hat sich aus dem, was für mich ganz natürlich war, ein System entwickelt, das ich heute als Wachsamkeits-System bezeichne. Dank der Wachsamkeit habe ich gelernt, mich vor körperlichen und seelischen Schmerzen zu schützen. Das war ein langjähriger, schwerer Weg. In diesem großen Lernprozess habe ich erkannt, dass man ständig neu lernen muss. So bin ich auch zur Stressabbau-Pädagogik gekommen.

Das Wachsamkeits-System – was versteht man darunter?

Die Bedeutung des Wortes Wachsamkeit ist nicht leicht zu verstehen. Im alltäglichen Sprachgebrauch verwendet man logischerweise keine Worte, deren Bedeutung man nicht versteht und somit verlieren diese Worte mit der Zeit den Sinn für den Menschen. So verliert auch der Mensch den Draht zu sich, kann nicht zu sich finden. In der Heiligen Schrift steht: „Seid wachsam.“ Für mich hieß das immer, ich soll mich vor dem Bösen in Schutz nehmen. Das Böse stellt eine energetische Blockade dar, die in jedem vorhanden ist, die aber keiner wahrhaben oder sehen kann oder will.

Der schlimmste Feind des Menschen – die Blockade

Wer ist der schlimmste Feind des Menschen? Das ist die negative Seite, die hinter der Blockade steckt und den Menschen so fein manipuliert, dass er nicht einmal merkt, wie er fremdgesteuert wird. Durch die Blockade wird sein Leben zerstört. Genau diese Blockade macht den guten Menschen in den Augen des anderen zum bösen Menschen. Diese negative Seite zerreißt uns, macht nervös, sauer oder aggressiv. Sie treibt uns dazu, Dinge zu tun, für die wir uns schämen oder die wir bereuen. Sie lässt uns keine Ruhe und wir lassen dann andere nicht in Ruhe. Diese Seite bewirkt all die Kleinigkeiten, die uns unzufrieden machen, zu Konflikten führen, verärgern. Wir bezeichnen das umgangssprachlich als inneren Schweinehund, der uns trotz aller Vernunft zu verschiedenen Dingen zwingt. Der innere Schweinehund ist auch mit unserer guten Seite verbunden, der es jedoch nicht immer gelingt, uns mit Spaß und Humor gute Laune zu verschaffen und uns in Balance zu bringen. Meist träumen wir mehr davon, als diese zu empfinden. Als Folge dessen empfinden wir immer weniger Freude und das Lachen von Herzen geht verloren. Das kann nur dadurch geschehen, weil die schlechte Seite in uns durch negative, zerstörerische Gedanken immer bestimmt, gewinnt und den Menschen auf seinem Lebensweg leiden lässt.

Keine Angst vor sich selbst haben

Viele Menschen haben Angst davor, dieser negativen Seite in sich zu begegnen. Sie wollen sich nicht mit dem befassen, was sie in sich haben. Diese Seite wird ignoriert, verleugnet, einfach übersehen. Nur, wie will man die positive, liebevolle Seite in sich schützen, wenn man sich nicht mit dem Negativen, Schlechten in sich auskennt? Alleine mit Achtsamkeit wird das nicht gehen. Achtsamkeit steht mehr für die Entwicklung von Selbstbewusstsein, mit dem man immer alles erkennt, was einem nicht gefällt, passt, und was oft unzufrieden macht.

Der Mensch kann sich selbst noch nicht zufrieden stellen, unabhängig davon, was im Leben auf ihn zukommt. Dafür fehlt ihm die Wachsamkeit, die den Menschen in die Lage versetzt, sich selbst durch das gut entwickelte Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl in Schutz nehmen zu können. Genau diese Kleinigkeit, also nicht zu verstehen, was Wachsamkeit ist, reicht aus, dass das Zerstörerische aus der negativen Seite des Menschen die Übermacht bekommt.

Wie lernt man, die Fehler nicht zu machen?

Bevor man etwas richtig machen kann, macht man Fehler. Fehler zu machen geht schnell und oft merkt man das nicht einmal. Einen Fehler, egal welchen, zu beheben oder korrigieren und zu lernen seine Denkmuster so umzustellen, dass man den gleichen Fehler in der Zukunft nicht wiederholt, ist noch schwieriger. Man soll lernen, besonders die Fehler zu beheben, die den Menschen daran hindern, die richtigen Entscheidungen für sein Leben zu treffen. Diese Problematik ist allgemein sehr gut bekannt. Viele Menschen erkennen die Situation, in der sie wieder einen Fehler gemacht haben, nur wissen sie nicht, wie sie das korrigieren sollen. Nach dem alten Denkmuster macht man sich selbst sofort einen Vorwurf, dass man wieder etwas falsch gemacht hat. Als nächstes bestraft man sich, indem man sich in den eigenen Augen schlecht macht und dabei noch darüber nachdenkt, was die anderen denken werden. Auch das ist allgemein bekannt. Genau in diesem Punkt liegt das Problem. Der Mensch weiß überhaupt nicht, was für ihn gut und was schlecht ist und so kann er sich auch nicht für das Gute entscheiden. Die Entscheidung oder Meinung des Menschen, ob etwas gut oder schlecht für ihn ist, kommt aus zwei Quellen seines Inneren: seiner guten und seiner schlechten Seite. Deshalb ist der Mensch oft zerrissen und weiß nicht, was für ihn richtig und wichtig ist. Schon ganz früh habe ich begonnen, bewusst einzuordnen, was mir guttut und was nicht. Damit habe ich unbewusst angefangen, eine Brücke zwischen den beiden Ufern in mir zu schlagen, zwischen meiner guten und meiner schlechten Seite, um mein Leben so zu beeinflussen, dass ich in Balance bin.

Die Vorgeschichte zur Suche nach mir selbst

Mein Vater war ein Atheist und wollte von Gott und vom Gottesglauben nichts hören. Dafür hatte er seine guten Gründe. Als er 22 Jahre alt war, studierte er im damaligen Leningrad, dem heutigen Sankt Petersburg, um Lehrer zu werden. Aber er war zur falschen Zeit dort. Es war genau die Zeit, als Stalin seinen Machtkonkurrenten beseitigt hatte und Schuldige gefunden werden mussten. Diese hatte man auch schnell gefunden. Es waren die deutschstämmigen Professoren und Studenten, denen man die Schuld an den Geschehnissen gab. Viele wurden damals erschossen. Mein Vater hatte Glück, er wurde nicht erschossen, sondern für drei Jahre nach Gulag geschickt. Als der 2. Weltkrieg begann, musste er in ein Arbeitslager nach Sibirien. Beide Male aus nur einem Grund: er war Deutscher. Sein ältester Bruder wurde aus dem gleichen Grund erschossen. Dort in Sibirien verlor mein Vater den Glauben an Gott. Er hatte Gott oft Fragen gestellt, warum dieser die Menschen so hart bestraft, wieso er der Welt keine Gerechtigkeit gibt, warum viele so stark leiden müssen, obwohl sie doch mit dem Krieg nichts zu tun und andere ihn begonnen hatten. Mein Vater und sein Volk mussten für den Krieg, den Tausende von Kilometern entfernt andere begonnen hatten, büßen. Nach Meinung meines Vaters, hatte sich Gott nicht in diese gewaltige Ungerechtigkeit eingemischt. Daher entschied er für sich, dass es keinen Gott geben könne, denn wenn dieser so etwas zulassen würde, könne er nicht existieren. Aus dem Arbeitslager sind nach dem Krieg nur ca. 9% nach Hause zurückgekehrt. Die anderen mussten auf schrecklichste Art und Weise eines qualvollen Todes sterben, durch Hunger, Erfrieren oder an den Folgen unzumutbarer Arbeit. Das war eine grausame Zeit. Mein Vater hatte wieder Glück und durfte nach 7 Jahren zu seiner Familie zurückkehren.

Ich muss dazu sagen, mein Vater war ein sehr gütiger Mensch, der das Leben verstanden hat und sehr gerecht und aufrichtig war. Besonders eine Episode werde ich nie vergessen. Als ich Anfang 30 war, bekamen wir einmal Besuch von einem älteren Herrn und seinem Sohn. Der ältere Mann hat sich vor meinem Vater verneigt und gesagt: „Ich habe sehr lange auf diesen Augenblick gewartet um dir meinen persönlichen Dank auszusprechen, Heinrich. Jetzt ist der Tag gekommen und ich kann das tun. Wenn du mich damals in dem Arbeitslager nicht gerettet hättest, wäre mein Leben dort zu Ende gewesen.“ Die beiden standen eine gewisse Zeit umarmt, stillschweigend und ihnen liefen die Tränen über das Gesicht. Der Mann sagte noch: „Ich danke dir auch dafür, dass ich meinen Sohn bekommen konnte und möchte mich noch mehr für meine Enkelkinder bedanken. Diese wären sonst nie zur Welt gekommen.“ Solche Begebenheiten, wie mein Vater anderen Menschen das Leben rettete, erzählte er mir viele. Er hat mich gelehrt, dass man auf das Böse, ob in Wort oder Tat, hauptsächlich mit guten Taten antworten solle. Ich durfte bei ihm sehr viel lernen. Mein Vater war ein Pädagoge aus Berufung, der seine Berufung nicht als Beruf ausüben konnte. Ich habe ihn als großes Vorbild in Erinnerung behalten, wie ein Pädagoge sein sollte. Für jedes Kind sind die Eltern die ersten Pädagogen. Ursprünglich bedeutet das Wort Pädagoge „Führen von Kindern“. Was geben Eltern ihren Kindern auf ihren Lebensweg mit? Sie bringen ihrem Kind bei, selbstbewusst zu werden, wie man sich benimmt, anderen gegenüber verhält und vieles mehr. Eltern geben das weiter, was ihrer Meinung nach das Beste für ihr Kind ist. Nur kann man nicht im Voraus wissen, ob das Beste auch das Richtige ist. Viele wissen nicht, was sie den Kindern geben sollen und sind der Meinung, die Schule müsse den Kindern alles beibringen und mit auf den Weg geben. Die Schule gibt auch sehr viel, aber den Teil, der in der Verantwortung der Eltern liegt, kann die Schule den Kindern nicht geben. Das, was das Kind von den Eltern lernt, egal was es ist, bleibt für das Kind sein Leben lang selbstverständlich. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Eltern lernen, ihren Kindern das Richtige mit auf den Weg zu geben. Das gilt besonders in Bezug auf die ethischen und moralischen Regeln und die Unterscheidung dessen, was gut und was schlecht ist. In den guten alten Zeiten, als der Mensch noch sehr eng mit der Natur verbunden war, galt das als selbstverständlich. Damals achteten die Menschen die Natur, hatten eine andere Wertschätzung füreinander, das friedliche Miteinander war stärker ausgeprägt, die Eltern wurden geachtet und geschätzt. Vor 100 Jahren hatten die Menschen diesen gewaltigen Stress nicht, von dem heute alle betroffen sind. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Menschen sich damals gut darauf besinnen konnten, diese Werte zu leben. 

Den Stress unserer heutigen Zeit haben wir der globalen Industrialisierung und dem materiellen Wohlstand, dem Wohlhaben zu verdanken. Mit dem starken Anstieg von Wohlhaben ist das Wohlfühlen rapide gesunken. Werte wie Vertrauen, Verständnis im Miteinander, gegenseitige Rücksichtnahme, Respekt untereinander, Aufrichtigkeit und Loyalität sind heute vielen fremd. Diese Werte sind ausgestorben wie die Dinosaurier. Mit anderen Worten: Es fehlt heute an der Liebe, wozu schon Jesus treffend mit drei Worten aufforderte: „Liebt euch einander.“ Überall dort, wo diese Liebe fehlt, entsteht Stress, der sich mit der Zeit zu einem gewaltigen Monster entwickelt hat und sich als Familienstress, Berufsstress und Gesundheitsstress auf alle wichtigen Lebensbereiche jedes Menschen negativ auswirkt .Dieses Monster Stress zerstört jeden Einzelnen und die ganze Gesellschaft.

Die Suche nach mir selbst

Als Jugendlicher habe ich sehr viel gelesen und auch Konfuzius für mich entdeckt, dessen philosophische Sicht auf das Leben mich sehr angesprochen hat. Mit 27 Jahren entdeckte ich die Bibel für mich. Das ist ein besonderes Kapitel in meinem Leben.

In meiner Familie wurden Gott und die Bibel nicht weiter thematisiert. Trotzdem kam eines Tages etwas in mir hoch und ich verspürte einen starken inneren Drang, mir die Bibel zu besorgen und zu lesen. Das war Ende der 70er Jahre in der Sowjetunion nicht so einfach und zudem recht gefährlich. Religion war in der Sowjetunion zwar nicht direkt verboten, wurde jedoch nur geduldet. Obwohl die Bibel verboten war, habe ich sie mir trotzdem bestellt. Das war genau zu der Zeit, als ich noch an Todesängsten und Depressionen litt, auch wenn mir damals nicht bewusst war, woran ich zu leiden hatte. Bewusst war mir nur, dass ich mich sehr schlecht und schlimm fühlte. Als ich das Buch in den Händen hielt, wurde es mir leichter. Mit dem Alten Testament hatte ich gewisse Schwierigkeiten, aber das Neue Testament faszinierte mich mit seinen einfachen Weisheiten, wie man sich das Leben leichter machen kann. Besonders, als ich gelesen habe: „Nicht das macht uns unrein, was in uns hineingeht, sondern das, was aus uns herauskommt.“ und: „Was man sät, wird man auch ernten.“ Das bedeutete doch einfach, dass wenn du schlechte, böse Wörter säst, wirst du ein schlechtes Leben und Krankheiten ernten. Wenn du liebevolle Wörter säst, wirst du Zuwendung, Verständnis, Geborgenheit und die menschliche Wärme ernten, die allen so sehr fehlt. Eine weitere Stelle der Bibel, die mich sehr angesprochen hat, war: „Neuer Wein in neue Schläuche“. Diesen Vers habe ich für mich so verstanden: Wenn du beginnst, neu zu denken, dann sollst du auch lernen, neue Denkmuster und Denkweisen zu entwickeln, weil ansonsten das noch ungewohnte neue Denken schnell in Vergessenheit geraten wird.

So habe ich mit der Bibel für mich ein Lehrbuch entdeckt, das mir sehr geholfen hat, vieles zu erkennen, und auch zu verstehen. Damit konnte ich mir selbst gut helfen und verstehen, an welchem Punkt die Therapeuten bei Ängsten und Depressionen an ihre Grenze kamen und nicht weiterhelfen konnten. Für mich war Jesus der große Lehrer und Meister, weil er lebte, was er lehrte und mit Rat und Tat alle Hilfesuchenden unterstützte. Besonders mit den Worten aus seinen Predigten hat er erklärt, wie man das Leben meistern soll. Für mich ist er der größte Pädagoge der Welt. Deshalb war die Bibel für mich nie ein religiöses Buch, sondern ein lehrreiches Pädagogikbuch, das praktisch lehrt, wie man das Leben leben soll.

Die Übersetzung des Wortes Pädagogik bedeutet „das Kind führen“. Die Anti-Stress-Pädagogik ist für Kinder und Erwachsene gedacht, damit diese lernen, wie man das Leben gestaltet, meistert und wie dabei mehr Freude entstehen kann.

Die neue Art zu denken und zu leben

Damals war mir schon bewusst geworden, dass ich eine neue Art zu denken lernen und mir neue Denkmuster angewöhnen soll. Durch neue Denkmuster beginnt man automatisch auf andere Art zu leben, d.h. man setzt die neue Art zu denken bewusst im Leben ein und um. Dahinter verbirgt sich ein tiefer Sinn. Das heißt, man soll im Leben ständig lernen, Fehler zu erkennen, zu beheben und vor allem lernen, sie nicht zu wiederholen und die Liebe zu leben.

Ein weiterer Aspekt, den man unbedingt umsetzen sollte, ist es, sich und den anderen mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. In der Bibel steht: „Liebt euch einander.“ Und an anderer Stelle: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Das hat der Meister und Lehrer vor 2000 Jahren sehr schön formuliert, aber keine Tipps gegeben, wie man das im Leben umsetzen soll. Ich habe das für mich so verstanden: Wenn ich das noch nicht leben kann, soll ich lernen, das zu leben. Von da an habe ich damit begonnen, bewusst zu lernen, wie man sich, den Nächsten und die Welt mehr schätzt und liebt.

Das Selbstwertgefühl

Es war für mich eine große Lehre, zunächst in einem ersten Schritt zu verstehen, was Wachsamkeit ist. Den zweiten Schritt fand ich in der Apostelgeschichte, im ersten Brief des Paulus an die Korinther (Kapitel 13):

„Das Hohelied der Liebe“

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 Sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;

7 Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.

9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.

10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“

Auch aus diesem Kapitel habe ich sehr viel für mich gelernt, um die Liebe besser zu verstehen und zu leben. Wenn du nicht lernst, Liebe zu leben, wird das Leben schwer und der Mensch krank. Die Krankheit macht ihn zu einem Wrack. Über die Zeit wurde aus dem verstandenen Wissen auch die Liebe entwickelt, die uns heilt. Deswegen empfehle ich dir an dieser Stelle, wenn du mehr Zuwendung, Liebe, Verständnis, Wertschätzung, Respekt und Geborgenheit von deinem Nächsten bekommen möchtest, dann lerne dies zuerst selbst nach dem Motto: „Was man sät, wird man ernten.“ zu geben.

Worin liegt der Sinn des Lebens?

Seit 25 Jahren beobachte ich bei meinen Klienten den Entwicklungsprozess durch die Biomeditation. Auch wenn man theoretisch alles versteht, kann man es nicht praktisch umsetzen, weil man noch nicht genügend geübt hat – Das soll man lernen. Heute meinen viele Menschen, dank der Medien, insbesondere des Internets, alles zu wissen. Aber alles zu wissen bedeutet noch lange nicht, dass man von diesem Wissen etwas verstanden hat. Hierbei soll man eines verinnerlichen: Wenn ich nicht beginne, diese wichtigen Zusammenhänge zwischen den Menschen zu verstehen, ihnen Vertrauen zu schenken, und sie verstehen zu wollen, dann werde ich immer in Konflikten und Krisen bleiben. Heute gibt es viele Menschen, für die das Leben den Sinn verloren hat und leer geworden ist. Der Sinn des Lebens liegt genau darin, dass man lernt, sich und den anderen zu schätzen und zu respektieren.

Wachsamkeit und Selbstwertgefühl

Wenn man Schritt für Schritt lernt, mehr und mehr die Liebe zu verstehen und umzusetzen, dann verschwindet die Leere im Leben, dann wird der Mensch zunehmend Freude empfinden und diese neue Art zu leben wird denjenigen auch zufrieden und glücklich machen. Das ist alles gut möglich mit Wachsamkeit und Selbstwertschätzung. Letztendlich ist alles einfach, man soll nur klein damit beginnen, das eigene Leben schätzen zu lernen. Aus Kleinigkeiten können große Sachen entstehen, dem Spruch entsprechend: „Das Geniale ist einfach.“ Es ist einfach genial, wie sich das Leben zum Positiven verändert, wenn man nur beginnt die Wachsamkeit umzusetzen und sich selbst und andere mit einem gut entwickelten Selbstwertgefühl zu behandeln.

Wenn du nicht beginnst, die Liebe zu geben, dann wirst du auch nicht glücklich werden im Leben. Über die Liebe wird viel gesprochen und ausdrucksvoll geschrieben. Nur das allein macht das Leben nicht leichter. Zwei Menschen, die bereits viele Jahre miteinander verbracht und sich zu Beginn ihrer Beziehung schöne Worte ausgetauscht haben, sind allein dadurch nicht glücklicher geworden, weil sie nicht gelernt haben, auf die schönen Worte gute Taten folgen zu lassen. Dann geschieht es oft, dass man etwas gut meint, aber etwas Schlechtes dabei herauskommt, worunter beide leiden. Deswegen soll man die Liebe leben. Genau das ist der springende Punkt.

Über viele Jahre hat sich auf Basis der Philosophie der Goldenen Pyramide und dem Gesunden Denken die Stressabbau-Pädagogik herauskristallisiert. In diesem Sinne bedeutet Stressabbau-Pädagogik, den Stress mit Wachsamkeit abzubauen und die Liebe zu leben lernen. Ich kann genau das nur jedem ans Herz legen: „Lernt, die Liebe zu leben und lernt, wachsam zu sein.“ Also lernen, lernen, und nie aufhören zu lernen, was dein Leben mit großem Sinn erfüllen wird. UND DAS SOLL MAN LERNEN.